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20 Jahre Waltraud Weber Ökologisch gut |
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- so fing alles an: Mit dem Schneckenhaus ging`s los von der Vollwert-Kauf-Frau zur Vollwert-Verkaufs-Frau: Der von Waltraud Weber 1983 gegründete Bioladen Schneckenhaus in Nürnberg Mögeldorf ,mit dem besonderen Anliegen beste Qualität und Frische ökologisch erzeugter Produkte anzubieten, entwickelte sich bald zu einem Novum im Stadtteil Mögeldorf. Neben der klassischen Naturkost hatte sich ein kleines Bio-Restaurant entwickelt, das bald in aller Munde war. Mit den Bio-Trockenfrüchten kam die Neugier und der Drang zu neuen Ufern. Diese Ufer lagen in der Türkei. Die ersten Schritte in der Türkei:Bei meinem ersten Besuch in der Türkei hatte ich die Anschrift eines Erzeugers von Bio-Feigen mitgebracht. Diesen suchte ich zusammen mit einem türkischen Freund auf. Ich zeigte ihm einige handelsübliche Biofeigen, die ich in meinem Laden verkaufte. Daraufhin war der Bio-Bauer entsetzt, lieferte er doch an die Verarbeitungsfirma in Izmir seine sorgsam getrockneten Bio-Feigen. Eine solche Qualität, wie ich sie ihm vorlegte, verfüttern wir an Esel, sagte er uns. Aus seinem Privatbestand zeigte er mir die gelegte Leridafeige in Spitzenqualität. Die Pionierarbeit beginnt: 1990 lernte ich in Izmir die türkische Sprache. Dies war die Voraussetzung, um auf dem Lande bei den Bauern Überzeugungsarbeit für den ökologischen Anbau zu leisten. An den freien Wochenenden während meiner Türkisch Kurse bereiste ich mit Bus und Dolmus die gesamte Ägäis und die Schwarzmeer-Region. Meine Kontakte und die Sprache machten es mir leichter mit an ökologischem Anbau interessierten Bauern in Kontakt zu kommen. Überzeugungsarbeit leisten in der Türkei heißt, lange Diskussionen, unendlich viele Gläser Tee, Neugier befriedigen und das Vertrauen zu gewinnen. Oft war ich Gast bei den Feigenbauern und half bei den Ernten mit. Ein Erntetag: Reife Feigen werden nicht gepflückt, sondern fallen vom Baum ab. Sie werden sofort von der Erde aufgelesen und auf Holzgestelle, die mit Gaze ausgespannt sind, aufgeschüttet und verteilt. Dort trocknen sie 1 - 2 Tage in Sonne und Luft. Die Feigengärten, in denen ich mitgearbeitet habe, liegen am Berg und das Einholen der gefallenen Früchte gleicht einem bergauf - bergab. Die Familien, die Nachbarn helfen einander von früh im Morgentau bis Mittag. Der Nachmittag ist zur Ruhe da und zum Geniessen der frischen Feigen zur Teestunde. Erster Import: 1990 war Waltraud Weber in der Lage ihren ersten eigenen Import von gelegten Bio-Feigen, genannt Lerida, durchzuführen. So kamen die ersten gelegten Bio-Feigen nach Deutschland. Nach und nach vergößerte sich das Import-Sortiment mit Sultaninen aus der Ägäis , Haselnüssen aus der Schwarzmeer-Region bei der Bosporus-Mündung, Aprikosen und wilde Aprikosen aus der Osttürkei bei Malatya. Die Importeuerin und die Suchende: Neben dem Tagesgeschäft und der Ausweitung der Importe reiste Waltraud Weber weiterhin regelmäßig in die Türkei um bei Planungen und Erntezeiten vor Ort zu sein und ökologische Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Begegnung mit einem Bauern aus Malatya: Der Aprikosenbauer sprach mich an, ob ich auch Maulbeeren getrocknet in Deutschland verkaufen würde? Ich war erstaunt, da ich noch nie außer frischen, auch getrocknete Maulbeeren gesehen. habe. Ich lernte, daß nur in hohen Lagen bei ca. 800-1000 m eine Trocknung der Maulbeeren möglich ist. Aus einer fröhlichen Unterhaltung heraus entstand ein Projekt, das damit begann, daß er mir einen Sack mit getrockneten Maulbeeren schenkte, die dann mit der Importladung geliefert wurden. Heute importiert die Firma Ökologisch gut jährlich Bio-Maulbeeren im Tonnen-Maßstab . Trocknungsverfahren und Qualität verfeinerten sich von Jahr zu Jahr. Rückkehr eines Klassikers: Die blaue Traube mit Kernen (Samen) ist die Urform unserer kernlosen Sultaninen und Rosinen. Ich hatte Glück, denn diese Früchte wucherten wild in allen Fruchtplantagen und standen reichlich zur Verfügung und meine türkischen Geschäftspartner kannten und liebten diese Trauben und freuten sich, diese Früchte getrocknet für den deutschen Markt aufzubereiten. Bald kam das Öko-Zertifikat hinzu und der Import von Rosinen mit Kern in Bio-Qualität war unter Dach und Fach. Weg vom Öl: Warum sind Sultaninen und Rosinen immer geölt ? -fragte mich eine Kundin.Diese Frage gab ich an meinen türkischen Geschäftspartner weiter und erfuhr, daß die Abfüllmaschinen nur geölte Früchte verarbeiten können, da diese durch die Ölschicht rieselfähig werden. Ich fragte: geht?s auch ohne Öl? Ich vernahm ein leises Seufzen, was nur bedeuten konnte: Frau Weber hat Sonderwünsche!Meine Geschäftspartner waren bereit es zu wagen, naturbelassene, d.h. ungeölte Sultaninen und Rosinen für meine Firma zu verarbeiten. Seither werden Weinbeeren bei uns in Diepersdorf noch immer von Hand abgepackt. Öl wird bei längerer Lagerung bekanntlich leicht ranzig,zudem verfälscht es den ursprüngliche Geschmack der getrockneten Trauben. Das gute Verhältnis zu den Erzeugern und Verarbeitern gibt Stabilität auch wenn die Wellen mal höher schlagen . Früchte und Nusskerne aus aller Welt ? erste Schritte in die Tropen Der Kontakt zu einem Fruchthändler aus Sri Lanka brachte Waltraud Weber auf die Spur der wilden Ananas, danach folgten Jackfrucht, Papaya und Tamarinden. Aus anfangs kleinen Mengen ist heute ein wesentlicher Bestandteil des Sortiments geworden. Mittlerweile vertreiben wir Mangos aus Mexiko, Cranberries aus den USA, Ingwer aus China, Macadamia aus Australien, Paranusskerne aus Bolivien, Pekannusskerne aus Südafrika, Cashewkerne aus Indonesien und europäische Sonnenblumen- und Kürbiskerne. Die Firma wächst: Seit 2003 hat die Firma Waltraud Weber Ökologisch gut in Diepersdorf im Nürnberger Land ihr Zuhause gefunden. Der zunehmende Umsatz und der Aufwand an Logistik, Kontrolle und Technik, insbesondere eines Bio-Betriebes, stellte die Firma vor neue Herausforderungen. Mit dem Eintritt von Dr. Heiner Schepers in die Firma, im Jahr 2006 , realisierten wir neben dem schon bestehenden Versandhandel den Einstieg als Zulieferer für den Naturkost-Einzelhandel. Die schönste Zeit im Jahr: Jedes Jahr ist es aufs Neue ein Erlebnis, wenn während der Erntezeiten Frucht- und Nussproben aus aller Welt sich auf unseren Tischen tummeln. Dann probieren und diskutieren Waltraud Weber und ihr Team über Farbe, Geschmack, Duft........... |